112 Tage unterwegs für Sepsis-Prävention
112 Tage unterwegs für Sepsis-Prävention
Am 23. Mai um 9 Uhr startet der Sepsis-Betroffene Roger van Klaveren in Basel ein aussergewöhnliches Vorhaben: In 112 Tagen will er von Basel bis nach Gran Canaria reisen, einen grossen Teil davon gehend mit Beinprothesen. Mit dem «WALK for SEPSIS Prävention» möchte er auf Sepsis aufmerksam machen, andere ermutigen und Spenden sammeln.
Der Start erfolgt am Pfingstsamstag auf dem Basler Marktplatz. Von dort führt Roger van Klaverens Route über Frankreich und Spanien bis nach Playa del Inglés auf Gran Canaria. In 112 Tagen möchte der 54-jährige Basler rund 1’400 Kilometer gehend mit Beinprothesen, weitere 1’000 Kilometer mit Zug und Bus und 1’300 Kilometer mit der Fähre zurücklegen. Bei der Planung war nicht immer der direkteste Weg entscheidend, sondern eine möglichst ebene Strecke, die für ihn gut machbar ist.
Schritt für Schritt weiter
2023 entwickelte sich bei Roger van Klaveren nach einem Darmdurchbruch eine Sepsis mit multiplem Organversagen. Er wurde ins Koma versetzt. Um sein Leben zu retten, mussten ihm beide Unterschenkel sowie Teile mehrerer Finger amputiert werden. Seither lebt er zudem mit einem künstlichen Darmausgang.
Dass van Klaveren drei Jahre später zu einer 112-tägigen Reise von Basel bis nach Gran Canaria aufbrechen kann, ist deshalb alles andere als selbstverständlich. «Ich will nichts beweisen», sagt er. Für ihn ist die Reise kein sportlicher Wettkampf, sondern ein Weg, den er in seinem eigenen Tempo geht.
Mit dem Projekt möchte der Basler andere ermutigen. «Ich will zeigen, dass man nach einer schweren Krise wieder nach vorne schauen kann.» Dafür brauche es Willen und die Bereitschaft, Schritt für Schritt weiterzugehen. Auch Dankbarkeit gehöre für ihn dazu: «Sei dankbar für das, was du hast.»
Sepsis sichtbar machen
Mit dem Walk möchte van Klaveren über Sepsis aufklären. Viele Menschen wissen noch immer zu wenig darüber, obwohl Sepsis sich rasch entwickeln kann und dann jede Minute zählt. Er möchte dazu beitragen, dass mehr über Sepsis gesprochen wird und dass Warnzeichen und Dringlichkeit ernster genommen werden.
Aus eigener Erfahrung weiss er, wie schnell eine Infektion ausser Kontrolle geraten kann und wie einschneidend die Folgen sind. Bei einer Sepsis reagiert der Körper so unkontrolliert auf eine Infektion, dass Gewebe und Organe geschädigt werden. Gerade weil die ersten Anzeichen oft schwer zu deuten sind, wird Sepsis nicht immer sofort erkannt. Roger van Klaverens Weg soll deshalb nicht nur andere ermutigen, sondern auch den Blick auf diese oft unterschätzte Erkrankung lenken.
Der Walk ist eine persönliche Initiative von Roger van Klaveren in dessen eigener Verantwortung. Das Swiss Sepsis Program begleitet die Aktion mit eigener Berichterstattung und möchte so dazu beitragen, Sepsis und die Sicht von Betroffenen stärker sichtbar zu machen. Roger van Klaveren ist Teil der Betroffenen- und Familiengruppe des Swiss Sepsis Program. Sie bringt die Perspektiven von Betroffenen und Angehörigen in die Arbeit des Programms ein.
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Text und Foto: Andrina Sarott