Swiss Sepsis Program

Sepsis ist ein medizinischer Notfall. Oft wird die Erkrankung zu spät erkannt. Das Swiss Sepsis Program (SSP) setzt sich dafür ein, dass Sepsis in der Schweiz besser bekannt, früher erkannt sowie rascher und gezielter behandelt wird.

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Ziele und Trägerschaft des Swiss Sepsis Program (SSP)

Sepsis entsteht meist als Folge einer Infektion und kann sich schnell lebensbedrohlich entwickeln. Viele Fälle werden zu spät erkannt oder behandelt. Das hat schwerwiegende Folgen für Patientinnen und Patienten, für Angehörige und für das Gesundheitssystem.

Fachleute und Betroffene engagieren sich seit 2023 im Rahmen des Swiss Sepsis Program (SSP) dafür, dass Sepsis in der Schweiz besser bekannt, früher erkannt sowie rascher und gezielter behandelt wird. Auch die Verbesserung der Nachsorge für Betroffene ist Ziel des Programms.

Die Verantwortung tragen das Universitäts-Kinderspital Zürich (Kispi), das Inselspital Bern und das Centre hospitalier universitaire vaudois CHUV in Lausanne. Finanziert wird das Programm von der Eidgenössischen Qualitätskommission (EQK) für das Gesundheitswesen. Es läuft von September 2023 bis Dezember 2028.

Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Sepsis

Das SSP ist aus dem Schweizer Nationalen Aktionsplan gegen Sepsis (SNNAP) entstanden. Mit diesem Plan hat die Schweiz in Jahr 2022 einen wichtigen Schritt unternommen, um das Bewusstsein für Sepsis zu stärken und Prävention, Früherkennung und Behandlung gezielt zu verbessern.

Der Aktionsplan orientiert sich an den Zielen der World Sepsis Declaration 2030 und entwickelt Lösungen für die Schweiz, die auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und des Gesundheitssystems abgestimmt sind.

Aktivitäten des Swiss Sepsis Program

Das SSP vernetzt Fachpersonen aus unterschiedlichen Berufen und Fachbereichen von Medizin und Pflege über Forschung bis hin zu Public Health.

Das Programm umfasst eine Öffentlichkeitskampagne, Bildungsangebote, Verbesserung und Veröffentlichung von Behandlungsstandards und eine Verbesserung der statistischen Datenerfassung und -auswertung.

Das Swiss Sepsis Program arbeitet in fünf thematischen Arbeitspaketen

In jedem Arbeitspaket arbeiten Fachpersonen aus unterschiedlichen Berufen und Regionen zusammen und gemeinsam mit Betroffenen und ihren Angehörigen. So fördern wir die Zusammenarbeit, bündeln Wissen und entwickeln Lösungen für die ganze Schweiz.

Programm-Management

In diesem Arbeitspaket geht es um die Koordination des Gesamtprogramms. Dazu gehören die Abstimmung zentraler Aktivitäten, die Begleitung der Umsetzung und der gezielte Einsatz von Ressourcen.

Ausserdem umfasst dieses Arbeitspaket den Austausch mit wichtigen Partnern und Stakeholdern sowie deren Einbindung in zentrale Prozesse.

Leitende Institution: Universitäts-Kinderspital Zürich
Medizinische Leitung: Prof. Dr. med. Luregn Schlapbach

Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung

In diesem Arbeitspaket geht es darum, Wissen über Sepsis und Handlungsmöglichkeiten gegen Sepsis in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitspaketen sowie mit einer mehrjährigen Öffentlichkeitskampagne.

Leitende Institution: Inselspital Bern
Medizinische Leitung: PD Dr. med. Christine Thurnheer

Schulung und Ausbildung von Gesundheitsfachpersonen

In diesem Arbeitspaket steht die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonen im Mittelpunkt. Es umfasst Bildungsangebote und Materialien zur Prävention, Früherkennung und Behandlung von Sepsis in allen Altersgruppen.

Leitende Institution: Inselspital Bern
Medizinische Leitung: PD Dr. med. Christine Thurnheer

Klinische Standards und Behandlungspfade

In diesem Arbeitspaket geht es um klinische Standards und Behandlungspfade, die die Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Sepsis in allen Altersgruppen verbessern sollen. Dazu gehört auch die Entwicklung altersspezifischer Modelle für die Versorgung nach einer Sepsis.

Leitende Institution: CHUV Lausanne
Medizinische Leitung: PD Dr. med. Sylvain Meylan, Prof. Dr. med. Eric Giannoni

Benchmarking und Evaluation

In diesem Arbeitspaket geht es um die Evaluation von Qualitätsverbesserungs-Massnahmen und sepsisbezogenen Versorgungspfaden in Spitälern. Ausserdem umfasst es die Weiterentwicklung einer einheitlichen Sepsisdefinition, einer harmonisierten Datenerfassung und die Grundlagen für ein nationales Sepsis-Register.

Leitende Institution: Universitäts-Kinderspital Zürich
Medizinische Leitung: Prof. Dr. med. Luregn Schlapbach

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